| Kassen zahlen Diabetes-Mittel nicht mehr |
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In Zukunft übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Diabetes-Mittel mit den Wirkstoffen Glitazon oder Glinid nicht mehr. Ihr Nutzen sei nicht belegt, beziehungsweise der mögliche Schaden größer. Patienten haben allerdings noch Zeit, ihre Therapie umzustellen.
Die Behandlung mit dem Wirkstoff Glinid wird in Zukunft bei Kassenpatienten nur noch in Ausnahmen von den Kassen übernommen.
Gesetzlich versicherte Patienten mit Diabetes müssen in Deutschland künftig auf zwei jahrelang verschriebene Wirkstoffe verzichten. Die Krankenkassen bezahlen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) künftig keine Behandlung mit den Wirkstoffen Glitazon oder Glinid mehr. Zu den Präparaten gehört unter anderem das Medikament "Avandia" von Glaxo-Smith-Kline mit dem Wirkstoff Rosiglitazon, das dem britischen Pharmariesen im vergangenen Jahr weltweit rund 1,2 Milliarden Dollar an Umsatz einbrachte. Der Konzern will nun beim Bundesgesundheitsministerium einen Einspruch erwirken.
Der Beschluss des G-BA tritt aber noch nicht sofort in Kraft. Patienten und Ärzte sollen ausreichend Zeit bekommen, ihre Therapien umzustellen. Der G-BA ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern. Er legt fest, welche medizinischen Leistungen zum Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören sollen.
Möglicher Schaden größer als Nutzen
Glinide und Glitazone sind Medikamente gegen Typ-2-Diabetes, die unter anderem durch falsche Lebensweise erworbene Variante der Zuckerkrankheit. Bei den Gliniden sei der Nutzen nicht belegt worden, erklärte der G-BA. Eine Ausnahme bestehe für Diabetiker mit schweren Nierenfunktionsstörungen, für die der Wirkstoff weiter verschrieben werden könne.
Bei den Glitazonen sei der mögliche Schaden - etwa durch Herzprobleme und Knochenbrüche als Folge der Behandlung - größer als der Nutzen für die Patienten. Zudem gebe es andere Präparate, die keine derartigen Nebenwirkungen und Langzeitrisiken haben.
Auch in den USA gibt es schon seit längerem Kritik an "Avandia". 2007 war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Präparat zu Herzproblemen führen könnte. Mitte Juli wird nun bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ein Expertengremium zusammenkommen, um über die Sicherheit des Medikaments zu beraten.
Quelle : http://www.stern.de/diabetes/aktuelles/w...hr-1575107.html
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